Feb 10 2012

Man kann mich manipulieren.

Das möchte ich nur einmal festgestellt haben. Noch vor wenigen Sekunden wollte ich darüber schreiben, wie gut es mir doch eigentlich geht und dass das Leben ein ewiger Kreis ist, sich alles wiederholt und blah. Dann sehe ich ein Bild von Fleckchen, es reißt mich runter, im nächsten Augenblick läuft die Musik weiter, die nächste aufbauende Zeile. Gleichzeitig hätte ich Lust auf einen richtigen Stimmungstöter. Na ja, so auch wieder nicht. Ein bisschen Melancholie. Aber ich lasse es. Ich weiß, es tut weh.

Und eigentlich?

Das Beste, was mir im Leben passiert ist … es sah letztes Jahr noch so düster aus. Und jetzt?

Das Glas ist halbvoll, wenn es zuvor leer war und bis zur Hälfte aufgefüllt wurde.

Das ist doch jetzt der Fall. Noch vor einem Jahr … war ich in der Zeit nicht noch in der Klinik? Hatte ich nicht noch vor 12 Monaten eine so heftige Beziehungskrise erlebt, die alles (na ja, fast alles) Nachfolgende in den Schatten stellte? Hatte ich nicht das einzig intelligente Wesen meiner pupertären Welt schmerzlichst vermisst gehabt?

Das Glas ist halbleer, wenn es zuvor voll war und bis zur Hälfte ausgeleert wurde.

Und all das davor … warum mit den goldensten Zeiten vergleichen? Warum immer nostalgischer werden, immer mehr die eigene Vergangenheit glorifizieren? Vertraue ich zu wenig in die Zukunft? Das Glas war nie lange voll, nie lange leer.

Jetzt vermisse ich Oma. Und Fleckchen. Und Charlie. Und Streuner. Und generell meine Kindheit und die goldene Zeit. Ich fühle mich nicht alt, nur nicht … glücklich. Alles ist schwierig und kompliziert. Die Helden des Alltags sind nur Menschen mit Fehlern und Schwächen, die ich lange genug nicht gesehen hatte, um zu zu hoch zu schätzen, als dass ihre Fehler mich jetzt nicht entsetzlich enttäuschen könnten. Ich schreibe ohne es öffentlich machen zu wollen. Möchte öffentlich machen ohne zu schreien.

Luxusprobleme. Oder nicht? Ich verstehe so wenig von dem, was ich will, was ich wollte. Diese ewige Sehnsucht. Nie ganz ausgefüllt sein. Und dennoch kann ich inne halten, den Moment genießen … nie aber ohne immer im Hinterkopf zu wahren, dass er vergehen wird, dass alles vergänglich ist, nichts hält.

Aber es kann zurückkommen. Sie ist zurückgekommen. Ich bin glücklich. Immer noch das Loch, aber das ist immer da, das kann nie gestillt werden. Hunger nach … ich weiß nicht was.

Und jetzt? Ein fröhliches Lied hinein, Hakuna Matata, einmal Enrico anstarren und das Mantra “Ich habe so ein Glück mit ihm” wiederholen, bis die Wut vom Abend verpufft ist, … und dann glücklich und zufrieden einschlafen? Alles ist möglich. Man kann mich manipulieren. Und ich kann es auch.


Dec 26 2011

Zu manchen Orten will ich gar nicht.

Folgendes in einem fremden Blog gelesen und toll gefunden. Das Mädchen hat es wirklich nicht leicht. Beschissene Situation. Zieht mich wieder einmal richtig schön runter. Aber sie weiß ihre Gefühle wundervoll zu konservieren. Oder ich bin einfach nur überemotional, immerhin hatte ich auch mehrmals während dieses Bollywoodfilms geheult.

  airport_by_menikmativ

Der Zug ist abgeflogen

14:13
Ich stehe am Flughafen. Vor mir die übergroße Tafel mit den ganzen Abflügen. Überall die kleinen Buden in denen man sich die tollsten Last-Minute-Angebote holen kann. Ich sehe ein paar Bekannte die sich schon vor Wochen ihre tollen Reisen gebucht haben. Hotel, Mietwagen, alles drin.

14:29 Zwei Flüge, die ich reizvoll gefunden hätte sind jetzt weg. Sankt Petersburg und London. Ich frage mich durch. Für Tunis brauche ich angeblich eine Impfung die ich mir vor 2 Monaten hätte holen müssen. Für Moskau natürlich ein Visum. Wie konnte ich das vergessen. Die Auswahl schrumpft, zu manchen Orten will ich gar nicht.

14:40 Aber was wenn ich jetzt einfach irgendeinen Flug nehme?

14:42 Nachher gefällt es mir da gar nicht, das wäre schade. Und rausgeworfenes Geld. Und rausgeworfene Vorfreude. Und was sonst noch alles.

14:47 Das Geld knistert in meiner Hosentasche. Ich hätte genug um nach Australien zu fliegen. Und zurück.

15:00 Schon eine Dreiviertelstunde. In der Zeit hätte ich schon nach XX fliegen können, dort hätte ich die größere Auswahl. Will ich überhaupt die größere Auswahl? Dann brauche ich ja noch länger zum Entscheiden. Ja! In XX hätte ich jetzt bestimmt schon den perfekten Ort gefunden. Wahrscheinlich sogar mit einer sehr günstigen Flugverbindung. War ja klar dass ich nicht in XX bin. Bei meinem Glück

15:05 Im Zehnminutentakt gehen die Flieger weg. Wie ich mich kenne nehme ich den letzten des Tages und bin dann schrecklich unglücklich mit der Wahl. Das darf nicht sein. Ich entscheide mich. Jetzt!

15:06 Doch nicht.

15:07 Ansagen, Fußgetrappel, das Quietschen der 3. Rolltreppe von hinten, das Rattern der Anzeigetafel, Gemurmel, Kindergeschrei, klackernde Rollkoffer. Das und vieles mehr mischt sich in meinem Kopf zu einem riesigen Tonbrei der mir in immer kürzer werdenden Abständen sagt: “Du musst dich entscheiden! Du musst dich entscheiden! Du musst dich entscheiden!Du musst dich entscheiden!” wie ein abfahrender Zug.

15:13 Nach einer Stunde während der sich entscheidungstechnisch überhaupt nichts bei mir getan hat (wohl aber bei den vielen anderen die in der Zeit hier hereinströmten und von einer der Last-Minute-Buden zur nächsten tigerten bis sie plötzlich glücklich strahlend mit Tickets in der Hand zum Check-in gingen) wünsche ich mir ich säße zuhause in meiner gemütlichen Wohnung. Auf dem Sofa, eine Tasse heißen Tee in der Hand. Wer muss schon verreisen. Und wer hat mir überhaupt eingetrichtert dass ich verreisen muss?


Nov 4 2011

Halloweenparty

mit Elina, Semanur, Mirijam, Enrico, mir und … Rita! ♥

party-019

Für den Videozusammenschnitt melden Sie sich bitte per E-Mail an mich und warten Sie geduldig auf Antwort :-D

Der Movie Maker lädt noch, daher … bitte, bitte, bitte wirklich geduldig sein! :)


Sep 15 2011

Motivation durch Erfolg

unbenannt

Ich fühle mich flow. Da ist ein ewig dümmliches, zufriedenes Lächeln auf meinen Lippen, das ich mir  n i c h t  wegdenken kann. Nicht, dass ich im Moment denken würde. Bestehe nur aus Gefühl.

Alles in mir tanzt und bewegt sich und lebt.

Es geht mir gut. Es geht mir so verdammt gut! Ich fühle mich leicht und frei und unbeschwert und nichts scheint es zu geben, das es aufhalten könnte. Nicht, dass ich daran denken würde.

Ich bin ankerfrei vom Ufer gegangen.
Ich treibe davon, ich renne euch weg.

Und es gibt keine Mauern, die mich halten können!
Keine Schlucht, die es nicht zu überquere gebe!
Ich habe Mathe kapiert!


Sep 7 2011

Ich räume auf.

Die gute Laune fliegt nicht zu,
Sie wächst im Herzen in uns auf.
Ein einzelner Blick, ein gutes Wort.
Es reicht schon der Gedanke.

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Bleib immer ein Teil meiner Gegenwart,
Die Zukunft kommt schon früh genug.
Lassen wir die Zeit verlaufen
Rennen orientierungslos ins Glück.

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Gedankenfetzen, die auf Papier gefunden wurden, das jetzt weggeworfen wird. Das Zimmer aufzuräumen ist immer so eine Sache für sich. Ich mache sie öffentlich.


Sep 4 2011

cvcx v

fleckchen-01

In der Welt der Verwandlung ziehst du deinen eigenen Weg.
Du bemerkst einen Schatten, der hinter dir steht.
Und ich blicke dich an.
Und ich ziehe dich fort.

In der Nacht der Kristalle formst du dich und dich selbst.
Du weißt ganz genau, warum du die Frage stellst.
Und ich schweige dich an.
Und ich fahre damit fort.

Deine Blicke so süß, deine Seele so rein.
Und ich frage mich oft, wie kann es nur sein,
Dass du wirklich bist.
Dass du da bist.

In dem Traum des Vergessens kommst du einfach nicht vor.
Du trittst näher zu mir und schnurrst mir ins Ohr.
Und ich fasse dich an.
Und ich schick dich nicht fort.

In dem Wesen des Himmels bist du auf dich gestellt,
Du kommst sicher damit klar, denn du kennst diese Welt.
Und ich lüge dich an.
Und ich lasse dich fort.

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Der Text ist alt. Die Angst auch. Der Titel von ihr.
Selbst getippt.
Hoffentlich bewahrheitet sich die Angst von 2007 nicht.


Aug 28 2011

A Ypsilon El I EN. Ohne Ih-E.

gir_is_waffle_crazy_by_thetoxicshadow-d2zg3mo

Man hätte Pfannkuchen machen sollen.

Hihihi :D Und wieder so ein paar Stunden, die einem im Gedächtnis bleiben werden. Auch wenn der Kopf eben echt verdammt wischiwaschi ist. Und schwer. Und wie er auf der Tastatur liegt. Und der Rest des Körpers jeden Moment einschlafen könnte. Tja, wir haben es überstanden! Und warum das Ganze? Sista-Kwatsch! Und warum genau? Weil zwei geistig irgendwie wischiwaschi gepolte (und das nicht nur, weil sie so müde sind) Mädchen nichts Besseres zu tun haben, als die Nacht über Sims zu spielen und sich zu überlegen, wo man den Tisch hinstellt. Dafür räumt die Eine ihr Zimmer sogar im Real Life auf. Na ja, ich rede gerade bestimmt nicht von mir!

Dieser Beitrag ist verpflichtend. Ihn zu lesen verpflichtet Sie zu einer Antwort. Ihn zu schreiben war eine Verpflichtung. Ja, Chacci, das hier war alles nur für dich – und wehe dir, du trainierst nicht wirklich und heulst herum, wie müde du doch seist. WIR haben die Nacht durchgemacht. WIR sind die Könige der Nacht! Muahahaha!

Anne Grass wäre sicher stolz auf uns. Oder auch nicht. Vermutlich sogar … ganz bestimmt nicht!!

Also: Let it rip! :D


Aug 27 2011

Der rosenviolette Himmel

late_summer_sunrise_by_aquapell

über unseren Köpfen und ich blicke hinaus in die Wirklichkeit, während ich meinen Sims in seiner Oase kreativ werden lasse. Ich öffne das Fenster und lasse die Luft hinein. Wieder eine Nacht übersstanden. Wieder das Wunder des Sonnenaufangs erfahren. Der Käfig ist Fiktion, das Leben ist echt. Oder nicht? Mein Sim ist zufrieden, sogar inspiriert, auch wenn ich Gott über seine Entscheidungen spiele. Spielen Christen eigentliche Sims? Egal.

Die Nacht ist überstanden, gemeinsam überstanden. Und ein unbeschreiblicher Farbton, der so schön und anbetungswürdig ist, bleibt den meisten unbeachtet. Was brauche ich Schlaf? Ich habe meinen Sonnenaufgang. Ich bin kein Gargoyle. Ich brauche den Tag nicht zu scheuen. Und ich habe die Herausforderung gemeistert, die ich mir heute auferlegt. Gemeinsam ist es leichter. Gemeinsam macht es Spaß. Mein Hirn ist wischiwaschi, aber ich habe Ferien, muss keine Arbeit in den Sand setzen. Alles ist super.

Und der Himmel golden in seinem Rosenviolett.


Aug 27 2011

Damit ich weiß …

an-der-pforte

Ich bleibe die ganze Nacht wach und warte, bis der Morgen anbricht,
Damit ich weiß, dass es auch heute wieder eine Sonne gibt.

Beruhigt einschlafen ist ein Luxus, ein Privileg, das mir nicht vergönnt ist. Ich versuche mir mit Sitcoms ein müdes Lächeln abzuringen, mit Browsergames das Gefühl zu vermitteln, etwas getan zu haben. Und all das täuscht mir vor, nicht allein zu sein.

Das Klopfen an der Türe halt das Schloss tapfer auf. Irgendwann bricht sie durch, irgendwann werde ich damit konfrontiert werden müssen. Aber nicht jetzt. Ich bin noch nicht soweit.

Der Stillstand, den ich lebe, ist mir bekannt. Und ich fürchte die Veränderungen. Rafiki sagt zwar, Wechsel sei gut, aber ich glaube, er nimmt Crack. Mir bleibt nichts übrig außer zu warten. Auf den Morgen. Den Sonnenschein. Vielleicht bleibt ja irgendwann alles aus? Der Schleier der Nacht hebt sich nicht mehr und schließe ich nur einen Moment lang die Augen, finde ich mich in einer Welt voller Katzen wieder. </3


Aug 19 2011

Antwort auf die Frage: Hast du Angst vor dem Tod?

Meine Oma war jetzt ein dreiviertel Jahr lang schwer krank und vegetierte von einem Krankenhaus zum nächsten. Wenn ich sie besuchen kam (und ich kam viel zu selten..) ging es ihr doch sehr gut. Dann gab es diese Phasen, in denen sie  halluzinierte, nicht wusste, mit wem sie sprach und doch sehr wirr im Kopf war. Das kam wohl von den Medikamenten und der Gedanke beruhigte uns. Ansonsten wurde sie immer schwächer. Sie war früher doch recht kräftig gebaut, inzwischen ist sie abgemagert und besteht aus kaum mehr als Knochen und Hautlappen. Ihr Körper ist übersät von zahlreichen blauen und grünen Flecken. Dennoch hatte ich bis gestern immer geglaubt, sie würde es überstehen. Seit einer Woche wohnt sie jetzt bei uns; liegt im Pflegebett im Wohnzimmer, da das Schlafzimmer zu klein war, und schläft die meiste Zeit über. Mein Opa ist ein cholerischer, schwacher Mann, der mit seiner Art und Weise weiter ihre Nerven belastete. Ich selbst hatte mich oft mit ihm gestritten. Wir wohnen in einem Haus, meine Großeltern, mein Freund und ich in der oberen Wohnung, meine Eltern und mein Bruder unten. Ich war die letzten Tage immer unterwegs; wie man es mit zwanzig Jahren eben ist, und hatte auch nicht geglaubt, dass sie es nicht schaffen könnte. Nach The Secret leben und so. Zudem war sie mit die stärkste Frau, die ich kenne.

Bis heute Mittag war ich nicht mit dem Tod konfroniert. Dann sagte mir mein Vater, sie würden die künstliche Ernährung einstellen. Die Ärzte haben sie aufgegeben. Heute hätte sie eigentlich eine Bluttransfusion bekommen und ich hatte schon überlegt, mich darauf vorzubereiten, wie es wäre, wenn die Bluttransfusion nicht funktionieren würde. Das jetzt gerade reißt mir den Boden unter den Füßen weg.

Ich hatte nie wirklich Angst vor dem Tod. Auch jetzt nicht. Aber das Sterben macht mir zu schaffen. Zusehen zu müssen, wie ein Mensch die nächsten drei Tage sterben wird, ist kaum zu ertragen. Die Ärzte sagen, sie würde nicht verhungern, wenn sie die künstliche Ernährung einstellen, der Körper sei bereits zu schwach. Dennoch schwirrt mir gerade das am ehesten noch durch den Kopf. Ich weiß auch nicht, wie es ihr jetzt dabei geht. Ich hatte gehofft, die Wirkung der Medikamente würde nachlassen; zur Zeit ist sie so benebelt und schwach, wenn sie spricht, verstehe ich sie nicht, weiß nicht, ob sie gerade doch noch irgendwie da ist oder nicht. Immerhin schläft sie viel, wenn auch unruhig.

Wenn ich an den Tod denke, dann denke ich an die Großen Könige der Vergangenheit, an den Ewigen Kreis des Lebens. Kaum etwas hat mich in meinem Leben so sehr geprägt wie der Film Der König der Löwen. Ich werde mir die Szenen wieder ansehen und es verinnerlichen. Auch der Gedanke an die Wiedergeburt macht den Tod erträglich. Nur das Sterben … und das damit verbundene Leiden machen mir Angst. Auch die Trauer der Familie. Mein Vater, sie ist seine Mutter, kann damit nicht umgehen. Er fängt an zu lachen, Witze zu machen, versteckt sich hinter dem Humor. Er lässt es nicht zu, dass jemand seine Gefühle sieht. Ich würde ihn gerne umarmen, mit ihm reden, doch wenn er davon spricht, dann distanziert und entweder kalt rational/hinter nervösem Lachen versteckt. Gleichzeitig muss er der Fels in der Brandung sein, die Stütze für meinen geistig schwachen Großvater, der immer wieder betont, wie fertig er doch sei. Ich weiß nicht, wie ich mit diesen seltsamen Trauerbewältigungen klar kommen kann – und wie ich gleichzeitig selbst trauern darf.

Daher habe ich auch davor Angst. Trauer und Sterben. Nicht der Tod.
Dieser … beruhigt mich.